Folsäure? Folat!

Vielleicht hast du schon davon gehört, wie wichtig es für eine Schwangere gerade in den ersten Monaten ist, dass sie Folsäure,- Vitamin B9,- zu sich nimmt, damit ein gesunder Wachstum des Ungeborenen gewährleistet ist.


Schon in der zweiten und dritten Schwangerschaftswoche entsteht das sogenannte Neurahlrohr.
Aus diesem entwickelt sich das gesamte Nervensystem und Folsäure spielt hier eine der wichtigsten Rollen dabei.
Liegt schon zu Beginn der Schwangerschaft ein Mangel vor, kann es unter Umständen sehr schnell zu einem immensen neurologischen Schäden beim Embryo kommen, die Bildung von Lippen- Kiefer- Gaumenspalten werden gefördert und es kann zu einem „offenen Rücken“ kommen.
Missbildungen, denen Frau mit einfacher Supplimentierung vorgreifen und das Risiko drastisch senken kann.

Normalerweise wird die Aufnahme von Folsäure über unsere Ernährung gesteuert.
Am Tag sollte eine Frau um die 400 µg Folsäure zusätzlich zu einer Folsäure- haltigen Ernährungsweise zu sich nehmen. (Empfehlung DGE )
Durch die industrielle Verarbeitung und die Anbauweisen, haben wir auch im Bereich der Folsäure einen immensen Nährstoffgehaltverlust zu verzeichnen.

Da der Verbrauch in der Schwangerschaft um die 50% steigt, wird generell dazu geraten, schon vor Schwangerschaftsantritt ausreichend Folsäure zu supplimentieren.

Damit ist dann auch gewährleistet dass die wichtige zweite und dritte SSW. mit Folsäure abgedeckt ist und das Risiko auf eine Fehlbildung kann sich um 70% senken.
Es wird empfohlen bis zum Abschluss des ersten Schwangerschaftstrimesters die Folsäure einzunehmen.

Auch für den Mann ist Folsäure wichtig,- vor allem wenn Kinderwunsch besteht.
Er sollte sich auch im Vorfeld um eine ausreichende Folat/ Folsäureversorgung kümmern.
Folsäure ist maßgeblich an der Zellteilung beteiligt und wirkt sich deshalb auch auf die Qualität der Spermien aus.

Wenn du beim Frauenarzt den Kinderwunsch äusserst, so wirst du mit grosser Wahrscheinlichkeit auch gleich ein entsprechendes Rezept in die Hand gedrückt bekommen (Privatrezept ).
Meist handelt es sich hierbei um ein Folsäure- Jod- Kombipräparat.
Nun gibt es verschiedene Punkte, die gegen eben solch ein Produkt sprechen, wenn du dich für ganzheitliche naturkundliche Alternativen interessieren solltest.

1. Das Produkt enthält in der Regel Jod.
Jod in der Schwangerschaft ist ebenfalls ein essentieller Bestandteil für eine gesunde Entwicklung des Babys und auch für die Gesundheit der Schwangeren wichtig,- darauf gehe ich jetzt aber nicht genauer ein.
Die Supplimentierung von Jod sollte aus natürlicher Quelle stammen,- hier bietet sich zum Beispiel die Kelp- Alge an (auch Braun- Alge genannt ), welche man individuell dem persönlichem Bedürfnis angleichen kann.

2. Allgemein wird immer von Folsäure gesprochen,- was jedoch kaum jemand weiss: Folsäure ist künstlich hergestelltes Vitamin B9, Folat ist das Natürliche!

Folat ist die bioverfügbare Version von Folsäure.
Bioverfügbar bedeutet, dass der Körper direkt darauf zugreifen kann.
Generell gilt:
Je höher die Bioverfügbarkeit bei einem Produkt ist, um so besser ist dieses zu bewerten.

Hinweis:
Es spielen ein paar Faktoren eine weitere Rolle dabei, ob der Körper dann auch tatsächlich auf den jeweiligen Stoff zugreifen kann oder nicht,- ein gesunder Darm ist in der Lage die Nährstoffe aufzunehmen, zu verarbeiten und in den Körper einzuspeisen.
Ist der Darm und/ oder seine Flora nicht intakt, so kann ein Produkt noch so hochwertig sein,- es wird nicht oder nur unzureichend in den Körper geleitet.

Der Unterschied zwischen Folsäure und Folat:
Bei Folsäure handelt es sich um ein syntetisch hergestelltes Produkt.
Es kommt in dieser Form in der Natur nicht vor und der Körper kann es so, in der Form, nicht verwenden.
Es ist nicht bioaktiv!
Der Körper muss erst einmal Arbeit investieren, damit er die Folsäure in Folat ( 5- Methyltetrahydrofolat ) umwandeln kann.

Damit diese Umwandlung funktioniert, braucht der Körper ein bestimmtes Enzym,- 5,10- Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR ),- durch genetische bedingte Ursachen können allerdings nicht alle Menschen diese Umwandlung effizient vollziehen, wodurch trotz Folsäure- Einnahme ein Mangel an Folat herrschen kann.

Deshalb ist es sinnvoller direktes Folat zu sich zu nehmen, anstatt ein Folsäure- Produkt zu nutzen.
Solltest du nun keinen Wert auf ein Folat- Produkt legen, so ist es dennoch besser ein Folsäurepräparat zu dir zu nehmen, anstatt komplett darauf zu verzichten!

Produktempfehlung: „Folat“
Lebensmittel mit Folat:

  • Rinderleber
  • Fleisch
  • Fisch
  • Hefen
  • Hülsenfrüchte
  • Roggen/ Vollkorn
  • Gemüse
  • Kohl
  • Blattgemüse
  • Eigelb
  • Nüsse
  • Obst
  • Rosenkohl
  • Weizenkeime
  • Kichererbsen
  • Grünkohl (roh )
  • Petersilie
  • Spinat
  • Feldsalat
  • getrocknete Mango
  • Erdnüsse (geröstet )
  • Sonnenblumenkerne
  • Lauch (roh )
  • Wildreis
  • Haferflocken
  • Kirschen
  • Sojasprossen
  • Spargel (gekocht )
  • Oliven
  • Pseudogetreide, wie Quinoa und Amaranth

Wenn du Vitamin B9 benötigst, dann greif auf die natürliche Form zurück und nicht auf Folsäure!

Überdosierung und Nebenwirkungen von Folat/ Folsäure:
Es gibt keine stichfeste Zahlen dazu, ab wie viel µg Folsäure zu einer Überdosierung führt.
Theoretisch ist eine Überdosierung von Folsäure/ Folat so ziemlich unmöglich.
Die Menge, die wir maximal an Vitamin B9 zu uns nehmen können,- rein durch die Ernährung,- hat keine toxische Wirkung.
Als unbedenklich wird eine Dosierung von bis zu 1.000µg über einen längeren Zeitraum eingestuft.
Diese Menge kann man eigentlich nur durch eine Supplimentierung erreichen.
Eine Dosierung darüber hinaus liegt im eigenem Ermessen, da es keine direkten Zahlen gibt.
Falls es zu einer tatsächlichen Überdosierung kommen sollte, äussert sich diese folgendermaßen:

  • Magen- Darm- Störung
  • Erregungszustände
  • Übelkeit
  • Depressionen
  • Schädigungen des Nervensystems
  • epileptische Anfälle

Da eine immens erhöhte Supplimentierung über einen längeren Zeitraum vollkommen sinnfrei ist und Vitamin B9 zu den wasserlöslichen Vitaminen gehört, die bei einem Überschuss durch den Urin ausgeschieden werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering eine toxische Dosierung zu erreichen.
Falls es doch dazu kommen sollte,- ausreichend trinken und umgehend bei einem Arzt vorstellig werden!

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