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Erlebnistag Kräuterwanderung

Ein herrlicher Sommertag rund um und auf dem Demeterhof Breit bei Wittlich

Heute (30.7.22) war ein wunderbarer Sommertag und ich bin,- zwar früh,- aber schön gemütlich mit meinem Kleinen um 6 Uhr gestartet.

In der Früh habe ich die Frische genossen und mich in den Tag reingefühlt.

Dieser sollte heute im Sinne des Lernens stehen,- auf natürliche Weise, mit allen Sinnen,- und eins kann ich euch vorab verraten: Alle wurden herrlich bedient!

Wir haben an einer wunderbaren Kräuterwanderung auf und um den großartigen Demeterhof Breit gemacht,- an dieser Stelle möchte ich dem Demeter-Hof-Team für das urig-schattige Plätzchen im Kuhstall danken,- es hat so herrlich bei euch geduftet!

Die Wanderung wurde von Frau Sabrina van der Poel, Homöopathin und noch viel mehr,- schaut einfach mal bei ihr auf der Seite vorbei! „Praxis Van der Poel„,- geleitet.

Sehr angenehmes, offenes und frisches Wesen.

Mit einem kurzen Vortrag (im besagten Kuhstall) haben wir dann gestartet, um den Hof herum,- ein traumhaftes Gelände, sollte man sich unbedingt anschauen kommen und der Hofladen hält so manche,- viele!,- gesunde und nachhaltige Leckerei bereit!

Zuerst haben wir den Ackerschachtelhalm „kennengelernt“.

Ein schönes und „ungewöhnliches“ Kraut, in seiner Form.
Erinnert eher an einen (noch) kleinen Baum.
Reichhaltig an Kieselsäure, was ihn so besonders macht,- reinigend, entwässernd, Nieren-anregend, Blut-stillend

Danach ging es weiter, vorbei am SoLaWi-Bereich,- hier werde ich mich für nächstes Jahr auf die Warteliste setzen lassen.

Informiert euch bitte unbedingt über diese Projekte,- gibt es sicherlich inzwischen auch in deiner Region und wenn nicht,- starte doch eins!
Solidarische Landwirtschaft

Frau van der Poel wollte uns die Kamille zeigen,- ein klassisches Heilkraut, was wahrscheinlich jeder kennt,- „leider“ haben wir „nur“ die Hundskamille entdeckt,- was nicht daran rüttelte, dass wir die Vorzüge der echten Kamille nochmals erklärt bekamen und auch, wie man die beiden Sorten sicher voneinander unterscheiden kann.

Ein schöner Aspekt, der mir wirklich toll gefallen hat, ist, dass sie erklärte, die Kamille verbindet die Erde mit dem „Himmel“,- so, wie die Kamille breitgefächert nach oben wächst, so breiten sich ihre Wurzeln auch im Erdinneren aus.
Gespiegelt.
Dualität – oben, wie unten,- unsere Erde.

Vorbei an vitalem Gemüse und allerlei Blumen, ging es dann um eine meiner Lieblings-Kräuter,- die Brennnessel!

Hier wurde uns,- neben den Vorzügen der Brennnessel für unser Wohlbefinden und Gesundheit,- auch erklärt, dass die Brennnessel den Boden von allerlei „Unrat“ befreit, durcharbeitet und wenn sie ihr Werk vollendet hat, „weiterzieht“, um den nun Nährstoff-reichen Boden für andere Pflanzen freizugeben.

Da mein Garten eher schlecht als recht ist und die Vorbesitzer irgendwie meinten, wirklich jeden Schund in diesen kippen und vergraben zu müssen,- bin ich echt mal gespannt, wie er sich in den nächsten Jahren entwickelt.

Zum Leidwesen der Nachbarsaugen wächst bei mir im Garten reichhaltig Brennnessel,- wirklich in Hülle und Fülle!

Ein kleines Schmetterlings-Paradies,- Frau van der Poel meinte dazu auch, dass die Brennnessel keine wirklichen prachtvollen Blüten braucht, da die Schmetterlinge sie um so schöner zieren,- toller Gedanke bzw. Blickwinkel!

Wenn „meine Brennnesseln dann weiterziehen“, bin ich gespannt, was sich dann in meinem Garten alles niederlässt und uns mit wertvollen Mikronährstoffen bereichert!

Auf dem weiteren Weg wurden wir ein bisschen vom lieben Vieh begleitet,- sehr schöne Damen, die sich Wasser zum Abkühlen auf den Rücken „gespuckt“ haben.

Hab ich vorher nur von Elefanten gekannt,- das Kühe dies ebenfalls machen, halt nur ohne Rüssel , wusste ich auch noch nicht!

Als Nächstes wuchs für uns die wilde Möhre bereit,- hier muss ich gestehen, dass ich die wilde Möhre immer für Schafgarbe gehalten habe!!!

Man lernt nie aus und alleine dafür hat sich die Kräuterwanderung schon zu 100 % gelohnt!

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man sich sein Wissen versucht „theoretisch“ anzueignen, oder ob eine fachkundige Seele dich begleitet.

Nachdem wir beide,- Schafgarbe folgte im Anschluss,- kennengelernt haben, war mir der Unterschied mehr als klar,- die beiden werde ich nie wieder verwechseln!

Was ich auch sehr interessant fand, ist, dass die Schafgarbe, als ein Kraut mit „zwei Seiten einer Medaille“ bezeichnet werden kann,- sowohl, als auch kann sie jenes bewirken, aber auch dafür sorgen, dass genau dieses Zipperlein auftritt.

Eine kontroverse Pflanze – wie das Leben und die Schöpfung selbst.
Wo kein Licht, da kein Schatten.
Wo kein Oben, da kein Unten.

Und doch, alles Eins!

Wenn das Leben dir eine Talfahrt beschwert, dann sei gewiss, dass es automatisch und unweigerlich auch wieder nach oben zum Gipfel geht,- wenn du es zulässt.

Ein Learning, welches mich schon immer begleitet,- wie wahrscheinlich jeden Einzelnen von uns,- was ich allerdings nun immer besser begreife und in meinem Leben implementieren kann, sodass ich Talfahrten nicht mehr als Drama ansehe und durchlebe, sondern nutze, um auf der anderen Seite mit Schwung,- aber gelassen,- wieder emporzusteigen!

So von meinem Gefühl her, ist die Schafgarbe zum aktuellen Zeitpunkt eine Pflanze, mit der ich mich deutlich mehr befassen sollte,- keine Ahnung warum genau… sie wird es mir sicherlich zeigen.

Last, but not least ging es Richtung Kuhstall zurück und wir suchten nach einem Exemplar der Wegeriche,- Breitwegerich gabs auf den ersten Blick mehr als reichlich, der Spitze hat sich ein bisschen „versteckt“, neben einem kräftigen Löwenzahn dann gefunden.

Breitwegerich eignet sich sehr gut, um die Füße zu behandeln, wenn sie etwas überstrapaziert wurden oder eben diesem vorzubeugen.

Dazu kann man die kühlenden Blätter gut und gern auch in die Schuhe legen und von ihrer wohltuenden Erfrischung zehren.

Als „Gegenstück“ ist der Spitzwegerich dann eher für die oberen Bereiche des Körpers sehr wertvoll,- wie zum Beispiel bei Atemwegsinfektionen, bei denen sehr gut auch ein selbstgemachter Spitzwegerich-Hustensirup für Abhilfe sorgen kann.

Aber auch bei Insekten-Stichen, Sonnenbrand und Brennnessel-Quaddeln hilft es, den Spitzwegerich zwischen den Fingern zu verreiben und auf die betroffenen Stellen aufzutragen.

Kühlend und schützend legt sich der „schleimige“ Pflanzensaft über die Haut und sorgt für wohltuende Linderung.

Im Stall gab es dann eine Verköstigung von selbstgemachten Pesto´s,- was ist die Mehrzahl von Pesto???,- aus Brennnessel, wilder Möhre und… die dritte Sorte hab ich jetzt vergessen!!!

Ich werd alt!
Haha,- na, jedenfalls, das Pesto mit der wilden Möhre hat mir persönlich am besten geschmeckt,- ein herrlicher Geschmack, würzig-aromatisch und das auf frischem Brot vom Demeterhof.

Dazu ein kühlender und nicht weniger mundender Tee aus Schafgarbe.

Morgen, wenn wir unsere Hunderunde drehen, muss ich unbedingt Schafgarbe,- diesmal die richtige,- sammeln!

In gemütlicher Runde wurde sich noch ein wenig ausgetauscht und natürlich geschmaust.
Die Zeit verging insgesamt wie im Fluge (leider!?).

Alles in allem ein wirklich gelungener, lehrreicher und angenehmer Vormittag gewesen.

Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen, solche Wanderungen mitzumachen.
Auch gern mehrmals im Jahr, da sich die Natur und ihre Vegetation natürlich mit den Jahreszeiten immer wieder wandelt und es mit Sicherheit IMMER etwas Neues zu entdecken gibt!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten bedanken,- es hat mir wirklich sehr gefallen!

P.s.:
Persönlicher Funfact!

Auf der Einladung stand „festes Schuhwerk“ – Schuhe? Feste?
Boah!
Ich laufe seit bestimmt März fast ausschließlich mit meinen Sandalen rum,- WENN ich überhaupt mal Schuhe trage haha!

Alle anderen hatten „ordentliches Schuhwerk“ – ich mit meinen Sandalen… ^^“

Aber die konnte ich auch nicht lange anbehalten,- nach der Kamille waren sie aus!
Der Boden war angenehm warm und bei den Feldern schöööön weich,- herrlich!


Mein Erlebnisbericht hat dir gefallen und du hast Bock auf eine Kräuterwanderung, weißt aber nicht, wo du einen entsprechend fachkundigen Menschen finden kannst?
Schau hier mal nach: „Kräuterwanderungen regional

Bei dir in der Nähe findet nichts statt und/oder du möchtest ganz tief in die Welt der Pflanzenkunde eintauchen?
Dann ist der große „Pflanzenheilkunde-Kongress“ genau das Richtige für dich!


Noch eine kleine Anmerkung meinerseits

Wir bewegen uns nun Vollgas auf eine völlig neue Welt zu und befinden uns in der ruppigen Zeitenwende.
Viel Altes und gewohntes wird vergehen,- und das ist auch gut so, auch wenn wir vieles im ersten Moment nicht als „gut“ begreifen können.

Eine neue Ära beginnt,- allerdings werden auch viele „alte Werte“ zurückkehren und eine Renaissance erleben.
Ein sehr großer und gewichtiger Teil davon ist: „Back to Nature!“

Zurück zu den Wurzeln unserer Ahnen, mit der Natur im Einklang leben und wie Schauberger es so treffend formuliert hat: „Natur kapieren, Natur kopieren!“

Wir dürfen alle wieder lernen, welche Wunder,- groß und klein,- die Natur für uns bereithält und dazu zählt auch das Wiederentdecken des wertvollen Wissens über die Pflanzenheilkunde.

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