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KPU/ HPU – bist du auch betroffen?

KPU oder HPU ist eine Stoffwechselstörung, mit zwei furchtbar komplizierten Namen:
Kryptopyrrolurie & Hämopyrrollaktamurie

Jeder 10. Mensch ist davon betroffen,- also ist diese Störung keine Seltenheit,- und wie so viele Krankheitsbilder steigt auch hier die Tendenz an.

Das Wissen über KPU/HPU ist schon seit mehreren Jahrzehnten vorhanden, ebenfalls die möglichen Behandlungsmethoden mit Mikronährstoffen,- gerade im Bereich der psychischen Beschwerden,- allerdings wurde die Anwendung und Behandlung durch die Pharmaindustrie verdrängt, als Psychopharmaka auf den Markt kamen.

“Was ist KPU/ HPU?”

Häm ist den meisten wohl eher als Bestandteil von Hämoglobin bekannt.
Auch ist es ein Teil der Leber-Entgiftungsenzyme.

Pyrrol ist ein Abbauprodukt von Häm.

Wer von KPU/ HPU betroffen ist, wird daher als Pyrroliker bezeichnet.

Ich möchte es einfach halten und niemanden mit chemischen Sturkturen, Molekülen etc. überfordern oder langweilen,- gesagt sei jedoch, dass das Wichtigste bei Pyrrolen ist, dass sie in der Mitte einen Eisen-Kern enthalten.

Damit sind die Pyrrole in der Lage Sauerstoff zu transportieren.
Ebenfalls werden Pyrrole in den Mitochondrien benötigt, um die Energieerzeugung zu unterstützen.

Wenn der Körper nun vermehrt Pyrrole ausscheidet, dann handelt es sich um großes Warnsignal, dass etwas ganz massiv nicht in Ordnung ist!

Du selbst kannst deinem Urin nicht ansehen, wie viel Pyrrol ausgeschieden wird,- deswegen auch die Bezeichnung “Krypto” für “Versteckt”,- ein bisschen wird aber immer ausgeschieden.

Wenn jedoch vermehrt Pyrrol ausgeschieden wird, so hat das Pyrrol die unangenehme Eigenschaft, dass es Vitalstoffe,- wie Vitamin B6,- ansich bindet, weshalb dann Mangelzuständen entstehen.

Dieser Vorgang tritt verstärkt dann auf, wenn der betroffene Mensch unter Stress steht.

Stress steigt = steigende Pyrrolausscheidung = steigende Mikronährstoffausscheidung = Erhöhung der Beschwerden

Welche Mirkonährstoffe gehen bei KPU/HPU verloren?

  • Mangan
  • Vitamin B6
  • Magnesium
  • Zink
  • Chrom
  • Eisen, bei manchen Betroffenen, aufgrund einer verschlechterten Aufnahme und der erhöhten Pyrrol-Ausscheidung

“Was sind die Auslöser für KPU?”

  • EBV- Ebstein Barr-Virus oder auch Pfeifferisches Drüsenfieber genannt
  • vorangegangene Infektion
  • genetische Veranlagung
  • HWS
  • Hepatits
  • Fettleber
  • Stress
  • perniziöse Anämie,- weitere Bezeichnungen wären: Morbus Biermer, Biermersche Anämie, Addison-Anämie oder Addisonische Anämie
  • Malaria

“Welche Beschwerden/ Symptome können auftreten?”

  • Haarausfall
  • ADS / ADHS
  • Depressionen und weitere psychische Störungen,- unter anderem Schizophrenie
  • Arthrose / Arthritis
  • Gelenkschmerzen
  • Blasse Haut
  • Neigung zu Akne
  • Nesselsucht
  • Allgemeine Infektanfälligkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Sonnen- und Lichtempfindlichkeit
  • Unruchtbarkeit
  • Geruchsempfindlichkeit (besonders künstliche Gerüche)
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Osteoporose
  • Burnout
  • Stimmungsschwankungen
  • gehemmte Blutgerinnung
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit / Erschöpfung
  • CFS (chronic Fatigue syndrome)
  • Schwindel
  • Menstruationsbeschwerden
  • schlechtes Zeitgedächnis
  • fehlende nächtliche Traumerinnerung
  • Schlafstörungen
  • Eisenmangel,- selbst zusätzliche Einnahme bringt keine
    Besserung
  • Blutarmut
  • Angstzustände und Panikattacken
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Laktose-, Fruktoseintoleranz
  • Glutenunverträglichkeit
  • Histaminose
  • Leberentgiftungsstörungen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Neigung zu Gallensteinen
  • Magen / Darmschmerzen
  • Diabetes Typ 2
  • Gestörte Wundheilung
  • Hautveränderungen: trockene, schuppende Haut bis hin zu Akne
  • Schilddrüsen- und Hormonstörungen

Puh! Die Liste ist echt lang und sicherlich lassen sich noch weitere Punkte finden.
Das Problem dabei ist, dass die Symptome auch auf andere Mängel hindeuten können, daher ergibt sich hier kein klares Bild, sondern eher eine Anhäufung von diffusen Beschwerden.

So sollte zum Beispiel auch generell auf Vitamin B12-Mangel getestet werden, da viele Punkte auch darauf zutreffen.

Oder: Fehlt dem Körper Zink, kann er keine Rezeptoren bauen, die wichtig für das Andocken von Vitamin D sind.
Selbst wenn Vitamin D supplementiert wird, kann es nicht vom Körper verwertet werden.

Es sind viele “Kleinigkeiten” die hier zusammenkommen und zu massiven Problemen führen können.

“Wie finde ich heraus, ob ich tatsächlich KPU/HPU-Betroffen bin?”

Bei KEAC-Parkstad gibt es einen Fragebogen, den du online ausfüllen kannst.
„Fragebogen zu HPU/ KPU
Entsprechend deiner Antworten kann ermittelt werden, wie hoch dein Risiko ist von KPU/ HPU betroffen zu sein.

Anschließend kannst du auf der Seite ein Test-Kit bestellen.

Der Test läuft entweder über eine Morgenurin-Probe oder über 24-Stunden-Sammelurin,- um ein genaueres Ergebnis zu erhalten,- dabei sammelst du 24 Stunden lang deinen Urin in einer mitgelieferten Urinflasche und entnimmst davon eine Probe, die an das Labor geschickt wird.

„Die Auswertung zeigt an, dass ich unter KPU/HPU leide,- was nun?“

Die mögliche Behandlung von KPU/HPU ist vergleichsweise einfach,- erhöhte Einnahme der mangelnden Mikronährstoffe (Mangan, Zink, Vitamin B6),- aber es gibt einige Punkte zu beachten!
Deswegen solltest du nicht einfach mit irgendwelchen NEM´s drauflos-supplementieren, sondern mit Bedacht vorgehen.

Übrigens gibt es auch zwei Listen,- einmal für Deutschland und einmal für die Schweiz und Österreich,- mit medizinischen Fachkräften, die sich auf die Behandlung von KPU/ HPU spezialisiert haben.
Deutschland
Schweiz & Österreich

Im Prinzip gibt es 4 Säulen, auf denen die Behandlung von KPU/HPU beruhen sollte.
– Ernährung
– Entgiftung
– Stress-Management
– Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

Ernährung

Deine Ernährung sollte darauf ausgelegt werden, dass zum einen reichlich der mangelnden Mikronährstoffe aufgenommen werden.

Da die Entgiftung des Körpers durch HPU/KPU beeinträchtigt ist, sollten dem Körper demnach auch so wenig wie möglich an Schadstoffen zugeführt werden.

Frische Kost, regional und saisonal,- gute Bio-Qualität, Bioland, Naturland oder Demeter.
Eigenanbau natürlich auch, sofern möglich.
Wildkräuter und Beeren sammeln.

Hochwertige Fette in die Ernährung einbauen, wie zum Beispiel Kokos-Öl, Oliven-Öl.
Der Körper braucht Energie und Baumaterial, um die Vitalstoffverluste besser ausgleichen zu können,- dabei können die hochwertigen Fette unterstützen,- keine Angst: natürliche Fette machen nicht per se fett!

Zusatzstoffe und Fertigprodukte sollten tabu sein in deiner Ernährung.
Neben mangelnden Mikronährstoffen, sind hier auch einige Schadstoffe enthalten und/oder Mikronährstoff-Räuber, die dir zusätzlich einen Mangel bescheren.

Schlechte bzw. „leere“ Kohlenhydrate sind ebenfalls ein No Go!
Nicht nur wegen der KPU/HPU.

Leere Kohlenhydrate liefern schnelle Energie, aber oft in einem Übermaß, dass der Körper gar nicht mehr in der Lage ist, sie richtig zu verwerten.
Was den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treibt, was die Leber stark belastet und selbige wandelt die leeren Kohlenhydrate dann auch noch in Fett um und lagert dieses ein.
Hier kann es zu diversen Erkrankungen kommen,- unter anderem zur Fettleber, Diabetes Typ II usw.

Leere Kohlenhydrate sind zum Beispiel: alle Weizenprodukte,- somit auch herkömmliche Nudeln,-, polierter Reis, Zucker in allen Variationen.


Entgiftung

Da die natürliche Entgiftung bei KPU/HPU gestört ist, sollte der Körper bei der tgl. Entgiftungs-Arbeit tatkräftig unterstützt werden.
Zum Teil gelingt dies natürlich durch die Ernährung,- weniger Schadstoffe konsumieren, reichlich Mikronährstoffe und Antioxidantien.
Folgende Mikronährstoffe sind an der Entgiftung unter anderem beteiligt:

  • L-Carintin
  • Kupfer
  • Mangan
  • Methionin
  • Selen
  • B-Vitamine 2. 5. 6. 12
  • Vitamin c
  • Glutathion
  • Cystin
  • Omega³-Fettsäuren
  • Glycin
  • Magnesium
  • alpha-Liponsäure
  • Antioxidantien
  • Q 10
  • S-Adenosyl-Methionin
  • Zink

Aber mit ein paar einfachen Mitteln kannst du zusätzlich für Entlastung sorgen.

Unterstützung für den Darm
  • Pro- & Präbiotika,- fermentierte Lebensmittel, frei von Zuckerzusatz und Hitzebehandlung, Wasser- & Milchkefir, Sauerkraut, Kombucha
  • Flohsamenschalen-Shake mit Bentonit, Huminsäure, Heilerde oder medizinischer Aktivkohle, zur physischen Darmreinigung und Bindung von Giftstoffe
Der Leber unter die Arme greifen
  • Reichlich Bitterstoffe mit in die Ernährung einbauen,- wie zum Beispiel Löwenzahn, Bittertropfen
  • Leberwickel,- siehe hier: „Leberwickel – Balsam für die Leber
  • Wildkräuter-Tee trinken

Da eine Schwermetall-Überbelastung/ Vergiftung ebenfalls zu KPU/HPU führen kann, sollte hier eine Analyse gemacht werden und bei Bedarf entsprechend entgiftet werden.
Das Thema Schwermetall-Entgiftung ist sehr komplex und ich persönlich bin (noch) nicht im Thema wirklich drin, weshalb ich an dieser Stelle keine Tipps dazu geben werde.
Wird wohl irgendwann folgen,- wenn du mehr darüber wissen möchtest, schau nach einem Heilpraktiker oder alternativen Arzt, der sich auf Schwermetall-Belastungen spezialisiert hat.


Stress-Management

  • Stress-Faktoren ausfindig machen
  • „Energievampire“ aus dem Leben aussortieren, so gut es möglich ist
  • Gedankenhygiene,- oftmals versetzen wir uns dermaßen in Stress, in dem wir uns zu bestimmten Situationen Szenarien ausdenken, die 1.000 x schlimmer sind, als es dann in der Realität wirklich eintritt.
  • Alltägliche Dinge überdenken, die Zeitraubend sind und uns dadurch in Stress/ Zeitnot versetzen,- Muss wirklich jeden Tag geputzt werden? Reicht nicht alle 2-3 Tage aus und ansonsten Kehren/ Staubsaugen?
    Oder musst du wirklich auch noch im 10. Verein Mitglied sein?
  • Achtsamkeitsübungen
  • Erlernen von Atemtechniken
  • Entspannungsmethoden im Alltag einbauen,- Yoga, Meditation, binaurale Beats

Nahrungsergänzungsmittel

Da eine reine Aufnahme durch Lebensmitteln in der Regel nicht ausreicht, um den Mirkonährstoff-Bedarf tatsächlich ausreichend zu decken, sollte auch über eine Supplementation mit NEM´s nachgedacht werden.

Bei Vitamin B6 muss darauf geachtet werden, dass es sich um die aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) handelt.
Zusätzlich Zink, Mangan und Magnesium.
Eine Dosierungsempfehlung, die ich gefunden habe, lautet:

– 250 mg Vitamin B6,- inaktiv, da es zu Problemen beim Aktivieren gibt, sollte gleich aktives Vitamin B6 genommen werden,- dazu rechnet man ca. 1/5 der inaktiven Dosis
– 15 mg Zink
– 7,5 mg Mangan
jeweils 2x am Tag
Es kann am Anfang zu „Erstverschlimmerungen“ kommen.
Daher sollte man nur sehr langsam mit der Einnahme starten und am besten nur mit einem Mikronährstoff beginnen.
Wenn es zu keinen Beschwerden kommt, dann nach ein paar Tagen den nächsten Mikronährstoff hinzunehmen.

Die Dosierungen sollten nach einer Weile,- ein paar Wochen bis 3 Monate,- via Blutanalyse kontrolliert und angepasst werden.

Dazu möchte ich aber ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass es sich NICHT um eine Einnahme-Empfehlung meinerseits handelt,- es soll lediglich als Beispiel dienen.


Zu guter Letzt noch mal der Hinweis, dass die KPU/HPU auch durch HWS-Syndrom ausgelöst werden kann,- gleich, wie man es erwirbt.
Daher sollte auch hier eine Untersuchung erfolgen mit entsprechender Behandlung, wenn Beschwerden in diesem Bereich vorliegen.
Evtl. ist ein Besuch beim Osteopath angebracht.


Buchempfehlungen zum Thema
Eine gute Zusammenfassung, die mehr in die Tiefe geht:
KPU Kryptopyrrolurie: Verstehen – Ursachen behandeln – Beschwerdefrei leben: Ein Ratgeber für Patienten

Das 2. Buch kann ich sehr empfehlen, da es von Sascha und Kyra Kauffmann geschrieben wurde und ich ihre Arbeiten sehr zu schätzen weiß:
KPU und HPU – 3. überarbeitete und ergänzte Auflage: Zwei häufige, aber verkannte Mitochondrienstörungen

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